Interview mit Weidi
Epe: Moin, Weidi". Du spielst seit 11 Jahren beim erfolgreichsten Verein der Elsterheide. Wie kam es eigentlich dazu, dass du im Sommer 2014 gewechselt bist?
Weidi: Der Kontakt ist eigentlich schon immer da gewesen. Es wurden ja einige Spiele zwischen Einheit Hoyerswerda (HSV 90) und Bergen ausgetragen. Da hatten wir irgendwie auf Anhieb einen Draht zueinander. Hinzu kam, dass Stefan Koark (37), unser heutiger Kapitän, schon öfter mal nachgefragt hat, wie es denn mit einem Wechsel aussieht. Außerdem war es damals in Hoyerswerda in der Führungsetage ziemlich unruhig, da habe ich mir gedacht. Versuch's einfach. Bis heute kann ich sagen. Es war die richtige Entscheidung.
Epe: Am Sonntag bestreitest du dein 200. Pflichtspiel. Kann man sagen, dass es sich dabei um deinen alten Verein handelt? Oder verbindest du nach der Fusion nichts mehr mit früher?
Weidi: Dass es ausgerechnet gegen den neu gegründeten Hoyerswerdaer Sportverein geht, ist schon etwas komisch. Es ist ja so, dass meine Zeit bei Einheit Hoyerswerda und 1919 Hoyerswerda war. Von daher kann man schon sagen, dass es da kaum noch oder gar keine Verbindungen mehr gibt. Man spielt Fußball auf einem neuen Platz, man hat neue Vereinsfarben. Und so weiter...
Epe: Nächsten Monat wirst du 42 Jahre alt - wie sieht deine Zukunft im Fußball bzw. beim LSV Bergen aus?
Weidi: Es ist an der Zeit, dass wir frisches Blut zwischen den Pfosten brauchen. Ich werde auf jeden Fall einen Schritt zurücktreten. Das heisst, der Fokus ist nicht mehr Woche für Woche Fussball. Das habe ich schon vor der Saison mit den Trainern klar und deutlich kommuniziert. Daran hat sich nichts verändert. Das heißt aber auch nicht, dass ich aufhöre zu spielen. So lange mein Körper es mir erlaubt, werde ich da sein, wenn man mich braucht. Aber es wird deutlich weniger sein.
Epe: Was hat sich beim LSV Bergen nach dem schmerzlichen Abstieg aus der Kreisoberliga vor zweieinhalb Jahren verändert?
Weidi: Also in der Abstiegssaison muss man natürlich sagen, dass die Mannschaft nicht mehr das Feuer hatte. Welches Stefan Zehler mit der Übernahme der ersten Mannschaft wieder entfachen konnte. Der Altersdurchschnitt ist extrem gesenkt worden. Und die alten Spieler, die noch an Bord sind, investieren wirklich alles für den Erfolg und die Gemeinschaft. Der Umbruch ist wirklich bemerkenswert. Wir stehen vor einer rosigen Zukunft. Auch wenn die Kabinenthemen sich geändert haben, sind die jungen Spieler schon cool drauf.
Epe: Gibt es Momente in den 200 Spielen, an die du dich besonders erinnerst?
Weidi: Der schlimmste Moment für mich war natürlich der Abstieg. Aber es gab auch schöne Momente. Da waren die Spiele, die unser Trainer Stefan Zehler auf die Beine stellte. Zum einen das Freundschaftsspiel gegen die Legenden von Union Berlin und die beiden Spiele gegen den FC Energie Cottbus. Aber auch nach den Niederlagen muss ich sagen, dass man immer mit allen zusammen bei einem Bierchen das Spiel noch einmal gut auswerten kann. Also, eigentlich waren alle Spiele schön.
Epe: Hattest du je mit dem Gedanken gespielt nochmal für ein anderes Team aufzulaufen?
Weidi: Ich bin kein Typ für Vereinswechsel. Ich bin ganz ehrlich und sage dir, wenn damals alles gut gelaufen wäre bei meinem alten Verein wäre ich noch immer dort. Wieso sollte ich wechseln wollen, ich spiele beim geilsten Verein überhaupt.
Epe: Was natürlich auch viele fußballbegeisterte Bergenerinnen und Bergener interessiert: Gibt es für dich ein besonderes Ritual vor den Spielen?
Weidi: Ja, gibt es. Das wird unser Ernährungscoach Max Gregor (empfiehlt an Spieltagen übrigens ein Astronautenfrühstück: ca. 3800 Kcal) natürlich nicht gerne hören. Aber ich esse an Spieltagen grundsätzlich erst nach dem Spiel. Egal wann das Spiel stattfindet (10.30 Uhr oder 15.00 Uhr).
Epe: Was ist Dein größter Wunsch für die laufende Saison?
Weidi: Natürlich Gesundheit für alle Mannschaftskollegen und für mich. Nach zwei Vizemeisterschaften in den letzten Jahren möchte ich dieses Jahr mit dem LSV den Titel gewinnen.
Epe: Zum Schluss würde mich noch interessieren warum du nie mit der Rückennummer "1" spielst? Wie kommt es, dass du meistens sehr hohe Rückennummern trägst (83, 99)?
Weidi: Torhüter sind immer ein bisschen speziell. Früher habe ich gerne Vitor Baia vom FC Porto spielen sehen. Er spielte mit der Nummer "99" und so kam ich auf die Idee, auch mit der höchsten zweistelligen Rückennummer aufzulaufen. Momentan trage ich aber die Rückennummer meines Geburtsjahres.
Epe: Vielen Dank "Weidi" für das kleine Interview und natürlich viel Erfolg für die weiteren Duelle mit dem LSV Bergen.
Weidi: Kein Problem, Epe. Danke. Bis bald.